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Der Mensch wurde einmal "unheilbar religiös" genannt. In allen Kulturen gab
es zu allen Zeiten hunderte von Versuchen der Menschen zur Befriedigung ihrer
religiösen Sehnsüchte. Die Anbetung des Menschen richtete sich auf Sonne,
Mond und Sterne; auf Erde, Feuer und Wasser, auf Bilder aus Holz, Stein oder Metall;
auf Fische, Vögel und andere Tiere. Die Menschen haben unzählige Götter
und Geister angebetet, Erzeugnisse ihrer eigenen verdrehten Fantasie. Andere haben
auf verschiedenste Weise versucht, dem wahren Gott zu dienen: durch Opfer,
Rituale, Sakramente und andere Leistungen. Aber Religion - wie ernst sie auch
gemeint sein mag, kann das Problem der Sünde nie lösen. Dafür gibt
es mindestens drei Gründe :
Keine Religion kann Gott zufriedenstellen. Religion
ist der Versuch des Menschen, mit Gott in Ordnung zu kommen. Aber dieser Versuch
bleibt immer vergeblich, weil auch die besten Bemühungen des Menschen mangelhaft
sind und somit ungenügend vor Gott. Gott fordert Vollkommenheit, und keine
Religion kann diese Forderung erfüllen.
Religion kann keine Sünde beseitigen. Durch
etwa vorhandene Stärken können unsere Schwächen nicht ausgeglichen
werden. Durch gute Taten gleichen wir unsere schlechten Taten nicht aus. Wenn
jemand mit Gott in Ordnung kommt, geschieht das nicht aus Werken, damit sich
nicht jemand rühme. Durch religiöse Leistungen oder Erfahrungen
- sei es Taufe, Kommunion, Konfirmation, Besuch von Gottesdiensten, Gebete,
Einsatz von Kraft und Zeit, Bibellesen oder sonst etwas - wird keine einzige
Sünde getilgt.
Religion kann die sündige Natur des Menschen nicht
ändern. Das Verhalten des Menschen ist nicht das eigentliche
Problem, sondern es ist nur ein Symptom. Die Wurzel des Übels ist das Herz
des Menschen, das von Natur aus verdorben ist. Wenn Sie zur Kirche gehen und
an sonstigen religiösen Veranstaltungen teilnehmen, fühlt man sich
vielleicht gut, aber man ist deswegen noch nicht gut. Kann wohl ein Reiner
kommen von einem Unreinen? Auch nicht einer!
Einige der obengenannten religiösen Aktivitäten sind auf keinen Fall
verkehrt. Zum Beispiel ist es richtig, in einen Gottesdienst zu gehen, die Bibel
zu lesen und zu beten, denn Gott hat uns sogar beauftragt, das zu tun. Aber Sie
dürfen sich nicht darauf verlassen, durch diese Dinge mit Gott in Ordnung
zu kommen. Das können sie nämlich nicht bewirken - und überdies
ist auch ein solches falsches Vertrauen Sünde und trägt mit zur Verdammnis
bei.
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